Geschichte des Tees in Europa

Seit dem 10. Jahrhundert ist Tee eines der wichtigsten Exportgüter Chinas. Dabei wurde der Tee bis zum 17. Jahrhundert ausschließlich in asiatische Länder geliefert. Europa ist zum ersten Mal zu Beginn des 17. Jahrhunderts in den Genuss dieses köstlichen Heißgetränks gekommen. Im Jahr 1606 erreichten die ersten Teelieferungen die niederländische Hauptstadt Amsterdam. Nie zuvor erreichten diese Pflanzen einen Hafen des Abendlandes. Zu dieser Zeit unterhielt die niederländische East Indies Company enge geschäftliche Verbindungen mit dem asiatischen Kontinent und konnte ihr Teemonopol bis in die 1660er Jahre aufrechterhalten. Selbst die Gründung der englischen East India Company im Jahr 1615 konnte daran nichts ändern. In London wurde Tee erst im Jahre 1657 durch Thomas Garraway, einem Kaffeehausbesitzer eingeführt. Dieser beschrieb die Vorzüge des neuen Getränks in einer lokalen Zeitung und brachte somit den Engländern das asiatische Getränk nahe. Allerdings wurde Tee zunächst auf der britischen Insel größtenteils abgelehnt. Gegner des Getränks behaupteten, dass Tee Männer schrumpfen lässt und sie grimmig stimmt, während Frauen durch das Konsumieren ihre Schönheit verlieren. Dennoch konnten diese Gerüchte den enormen Erfolg des Tees in der Folgezeit nicht aufhalten. Zunächst wurde es eines der Lieblingsgetränke der englischen Prinzessinnen und anschließend das am meisten konsumierte Produkt in Kaffeehäuser, die nach und nach in Teehäuser umbenannt wurden.

Cromwell erhob kurz vor seinem Tod enorme Steuern auf das asiatische Produkt, was dazu führte, dass Tee sehr schnell ein beliebter Artikel auf dem Schwarzmarkt wurde. Im 18. Jahrhundert sank der Teepreis schließlich und so wurde das Produkt für nahezu jedermann erschwinglich. In sehr kurzer Zeit erreichte es den Status eines Nationalgetränks. In dieser Zeit wurden in England durchschnittlich 9 Millionen Tassen Tee pro Jahr konsumiert, was insbesondere die Kassen der East India Company füllte. Das Handelsmonopol dieses Unternehmens mit China kam allerdings im Jahr 1834 zu einem Ende und die Briten entschieden sich mittels der East India Company Tee in Indien anzubauen. Hierzu wurden schnell Tausende Teepflanzen von China nach Indien überführt. Fast zur selben Zeit wurden im Indischen Assam verschiedene Teepflanzen entdeckt, was dazu führte, dass in Indien sowohl chinesischer als auch indischer Tee angebaut wurde.

In Frankreich wurde Tee ab Mitte des 17. Jahrhunderts mit der Unterstützung zahlreicher Mediziner eingeführt und erreichte schnell einen großen Bekanntheitsgrad. Madame de Sévigné erwähnt in einem Brief, dass Madame de la Sablière als erste Person Milch in ihren Tee goss. Auch in der Oberschicht erreichte das Getränk schnell Kultstatus. Dennoch konnte Tee in Frankreich nie denselben Erfolg wie in England vorweisen.




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